Geschichte

1601 Erste Erwähnung des Namens Kulm als höchster Gipfel der Rigi durch den Stadtschreiber Renward Cysat von Luzern. Die Bezeichnung Kulm leitet sich vom lateinischen Wort „culmus“ = Giebel, Spitze, ab.



1814 Der Arther Tuchschneider und Rigiführer, Joseph Martin Bürgi (1778 - 1833), beginnt mit den ersten Vorarbeiten für ein Gasthaus auf der Kulm (Holzfällen und Transport der Baumstämme auf die Kulm).
Bürgi war Wirt des von ihm 1805 erbauten Hotels Krone auf Rigi-Klösterli. Im gleichen Jahre gingen ihm die Finanzen für die Weiterführung des Kulm-Projektes aus.

1815 Heinrich Keller (1778 - 1862), der berühmte Zürcher Panorama-Zeichner, der oft bei Bürgi im Klösterli logierte, startete einen Spendenaufruf in Zürich für Bürgis Gasthausbau. Grosser Erfolg: 971 Schweizerfranken wurden gesammelt, was heutigen rund Fr. 25'000.-- entspricht. Mit diesen Geldern konnte der Hausbau finanziert werden. Kurz darauf ging Bürgi erneut das Geld aus.

1816 Zweiter Bettelbrief an einflussreiche Leute in den grösseren Schweizer Städten.
338 Gönner spendeten insgesamt 1400 Schweizerfranken (heute ca. Fr. 36'000.--).
Mit diesem Betrag konnte Bürgi die Hoteleinrichtung kaufen.

6. August 1816 Eröffnung des ersten Kulm-Gasthauses der Schweiz (6 Betten). Als erste Gäste übernachteten Bürgi und seine Arbeiter.

14. August 1816 Erster Eintrag im Gästebuch von 5 Hotelgästen:
Verleger Sauerländer aus Aarau, Dr. Feer, Regierungsrat Zürrer, Herr und Frau Dolder. In dieser Saison trugen sich 294 Besucher ins Fremdenbuch ein.

1833 Tod von J.M. Bürgi. Sein Sohn Caspar Bürgi-Ritschard und seine Frau Elisabeth übernahmen das Haus.

8. Juni 1848 Eröffnung des neuen, aus Stein erbauten Kulm-Hotels mit 130 Betten.
Preise: Fr. 2.-- für das Zimmer, Bedienung: Fr. 1.--, Frühstück: Fr. 1.50, Mittag- und Abendessen je Fr. 3.--. Zu dieser Zeit besuchten jährlich etwa 40 - 50'000 Touristen die Rigi.

1856 Eröffnung des zweiten Hotels mit 200 Betten durch die Gebrüder C. & J. Bürgi.
Regina Montium (Königin der Berge“ genannt. Die Bauparzelle kostete Fr. 57'000.-- und Fr. 30'000.-- wurde für ein 10 Jahre gültiges Konkurrenzverbot auf Rigi Kulm bezahlt.
Dieses Haus wurde nach den Plänen des Zürcher Architekten F. Stadler erbaut, welcher auch das Bundeshaus in Bern entwarf. Da die Rigibahnen noch nicht in Betrieb waren, musste alles Baumaterial mühsam auf den Gipfel getragen werden. Es gab damals den Beruf des Rigi-Trägers, welche Gäste sowie eben Material nach der Rigi trugen.
Das Hotel hatte neben den 200 Betten auch einen Speisesaal mit ebenso vielen Plätzen, was damals eine Sensation war. Eine Uebernachtung kostet Fr. 4.--.

7. Juni 1875 Eröffnung des dritten Hotels auf der Kulm, des palastartigen Grand-Hotels „Schreiber“ mit 300 Betten (que ne laisse rien à désirer sous le rapport du confortable - Werbetext) mit zwei Restaurants, Billiard-, Réunion-, Damen-, Lese- und Musiksälen. Die Bauzeit betrug 3 Jahre, Kosten des Bauplatzes Fr. 200'000.--.
Unmittelbar vor der Hoteleröffnung konnte auch die Arth-Rigibahn dem Betrieb übergeben werden.
Das pompöse Hotel spezialisierte sich auf Luxus, und berühmteste Küchenchefs, u.a.Escoffier, und beste Maîtres d’hôtel, erfüllten die Wünsche der verwöhnten Kundschaft. (Bayernkönig Ludwig II., der mehrmals mit seinem ganzen Gefolge Gast war, brachte als Geschenk ein Teeservice mit, welches in einer Vitrine im heutigen Speisesaal aufbewahrt wird). Goethe, Brahms und viele andere Intellektuelle jener Zeit liessen sich hier inspirieren.
Ein Tagesaufenthalt kostete Fr. 20.--, was damals einem Arbeiter-Wochenlohn entsprach.
Obwohl das Grand-Hotel jeweils nur von Ende Juni bis Mitte Oktober geöffnet war, konnte es während Jahren gewinnbringend geführt werden.

1903 Gesamteinnahmen (nur Zimmer- und Pensionseinnahmen, ohne die beiden Restaurants) im August: Fr. 99'208.15, Spitzentag war der 8. August mit 237 Arrivés, davon 72 Deutsche, 47 Franzosen, 30 Amerikaner, 21 Russen, 11 Schweizer, 5 Engländer.

August 1908 Lebensmittelbestellung der Kulmhotels:
14'100 Weggli
1'730 kg Brot
141 kg Zwieback
1'980 kg Poulet

1912 Tod des langjährigen Direktors und Alleininhabers Dr. iur. Friedrich Schreiber

1914 Ausbruch des 1. Weltkrieges. Drastischer Rückgang der Touristenfrequenz

1936 Reduktion der Bettenzahl auf 300 Einheiten in allen drei Hotels

1949 Kauf der Hotel Liegenschaft durch Herrn Ernst Käppeli sen.

1950 - 1954 Abbruch des alten „Palais Schreiber“ und Neubau des heutigen Rigi Kulm-Hotels nach den Plänen des Architekten Max Kopp aus Zürich.
Alle noch brauchbaren Materialien und Gegenstände wurden beim Neubau wiederverwendet. Parkettböden in den Zimmern, Sandsteintreppen und - Eckquader, Spiegel etc. zeugen noch heute davon.

1994 Anbau Terrasse und Veranda, grössere Renovation im Bereich Haustechnik und Küche

2007 Umfassende Zimmer-Renovation